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Mensch: Kolumne Medizin
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Thrombosen
Auch wenn der Klinikalltag oftmals vortäuschen mag, Thrombosen und deren Komplikationen und Spätfolgen seien kaum noch zu finden, so ist dies ein Trugschluß. Die Thrombose stellt, auch in Zeiten der Heparinisierung, medizinischer Thromboseprophylaxestrümpfe und Frühmobilisation, eine gefürchtete Komplikation eines jeden Klinikaufenthaltes dar. 1977 fand Havig bei einer Autopsiestudie in Schweden heraus, dass 37% der von ihm untersuchten verstorbenen Patienten eine ausgedehnte Thrombose aufwiesen. Bei der Hälfte der Patienten, die eine Thrombose aufwiesen, war der Tod durch eine Lungenembolie eingetreten. Die aktuellen Zahlen in Deutschland verdeutlichen, daß Lungenembolien, sowie auch die Spätfolgen einer Thrombose in Form eines Ulcus cruris, nicht nur in der Vergangenheit eine Rolle gespielt haben.
Neben den ca. 40.000 tödlichen Lungenembolien sprach die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie im Jahr 1995 von bis zu 150.000 nicht tödlichen Lungenembolien pro Jahr und insgesamt 17 Millionen chronischen Venenerkrankungen.
Thromboserisiko
Patienten mit ausgedehnten Verletzungen und nach schweren Operationen (z.B. Tumorchirurgie, Orthopädie - hier Hüftgelenksersatz) haben ein erheblich höheres Thrombose- und damit offensichtlich auch Embolierisiko als Leichtverletzte und Patienten nach kleineren Operationen (z.B. Augenoperationen, kleinere allgemeinchirurgische Operationen).
Patienten mit Tumorerkrankungen sind grundsätzlich mit einem sehr hohen Thrombo-Embolie-Risiko behaftet (Hochrisikobereich). Die Auftretenswahrscheinlichkeit einer Thrombose Thromboseinzidenz bei Hüftgelenkersatz beträgt ohne Prophylaxe über 50 %, 1 - 3 % der Patienten erleiden tödliche Lungenembolien.
Die Risikosituation des Patienten wird aber auch durch Faktoren bestimmt, wie
  • Alter
  • Fettleibigkeit (Adipositas)
  • früher durchgemachte thromboembolische Erkrankungen
  • Krampfadern (Varikosis)
  • Neigung zu Thrombosen (Thrombophilie)
Weiterhin spielen Faktoren eine Rolle, wie
  • Art und Dauer der Anästhesie
  • Dauer der Immobilisation
  • eventuelles Flüssigkeitsdefizit
  • Infektionen
Bei frühzeitiger Entlassung aus dem Krankenhaus kann das Thromboserisiko weiter bestehen, da der Patient seine volle Mobilität noch nicht wieder erreicht hat. Etwa 25 % der tödlich verlaufenden Lungenembolien ereignen sich nach der Entlassung aus dem Krankenhaus.
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