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Die große bewegliche Stütze
Um das umfangreiche Zusammenspiel von Muskeln, Knochen, Nerven und Sehnen im Bereich der Wirbelsäule zu verstehen,
ist es wichtig, sich den Aufbau der Wirbelsäule einmal näher anzusehen.
Denn nur so wird deutlich, wo Schmerzen entstehen können und wie man sie vermeiden kann.
Unsere Wirbelsäule wird in fünf verschiedene Abschnitte unterteilt. Jeder dieser
Wirbelsäulenabschnitte
ist u.a. aus einzelnen
Wirbeln zusammengesetzt:
- Halswirbelsäule, 7 Halswirbel
- Brustwirbelsäule, 12 Brustwirbel
- Lendenwirbelsäule, 5 Lendenwirbel
- Kreuzbein, 5 Kreuzbeinwirbel
- Steißbein, 5 Steißbeinwirbel
Die jeweils 5 Wirbel des Kreuz- und Steißbeines sind zusammengewachsen.
Die einzelnen Wirbel der Wirbelsäule werden von oben nach unten durchnummeriert:
- die Wirbel der Halswirbelsäule (HWS) = cervicale Wirbel: C1 bis C7
- die Wirbel der Brustwirbelsäule (BWS) = thorakale Wirbel: Th1 bis Th12
- die Wirbel der Lendenwirbelsäule (LWS) = lumbale Wirbel: L1 bis L5
Beweglichkeit durch Doppel-S - Stabilität durch gerade Linie
Betrachtet man die menschliche Wirbelsäule von der Seite, kann man erkennen, dass die
Wirbelsäulenabschnitte unterschiedliche Formen haben:
- die Halswirbelsäule hat eine Biegung nach innen (konkav)
- die Brustwirbelsäule hat eine Biegung nach außen (konvex)
- die Lendenwirbelsäule wölbt sich wieder nach innen (konkav)
- Kreuz- und Steißbein sind gemeinsam nach außen gebogen (konvex)
Diese verschiedenen Wölbungen bilden von der Seite betrachtet die Form eines doppelt geschwungenen S.
Durch diese besondere Form der menschlichen Wirbelsäule werden Erschütterungen, die beim aufrechten Gang, beim Laufen usw. natürlicherweise auftreten, abgefedert und gleichmäßig verteilt.
So wird insbesondere das Gehirn vor größeren Erschütterungen, die z. B. beim Springen und Laufen auftreten, geschützt.
Um den Menschen andererseits im Gleichgewicht zu halten, bildet die Wirbelsäule, von hinten betrachtet, eine gerade Linie.
Die Beweglichkeit der Wirbelsäule wird aber erst durch die einzelnen
Wirbel und die dazwischenliegenden
Bandscheiben ermöglicht.
Die Wirbelsäule - oben Kopf, unten Becken
Der Kopf und die Halswirbelsäule sind durch 2 Gelenke miteinander verbunden.
Diese beiden Gelenke ermöglichen die Vor-, Rück- und Seitenneigung und die Drehbewegungen des Kopfes.
Dabei werden sie unterstützt von zahlreichen Muskeln und
Nerven.
Der Brustkorb ist durch die Rippen über Gelenke mit dem
Querfortsatz eines Brustwirbels verbunden. Er ist eine gelenkige Schutzhülle für verschiedene innere Organe (z. B. Lunge, Herz) und wird von der Wirbelsäule getragen.
Aber auch die Arme sind indirekt über Schulterblatt, Schlüsselbein und Brustkorb mit der Wirbelsäule verbunden.
Die Wirbelsäule ist somit der Abschnitt des Skeletts, der auch die Arme, Schulterblätter und Brustkorb miteinander verbindet und trägt.
Daher können Schäden an der Wirbelsäule u. a. negativen Einfluss auf die Funktionen der Arme habe (z. B. Lähmungs- und Empfindungsstörungen).
Am unteren Ende der Wirbelsäule befindet sich das Becken. Ganz ähnlich wie die Arme sind auch die Beine indirekt mit der Wirbelsäule verbunden.
Das knöcherne Becken und die beiden Hüftgelenke ermöglichen eine gleichmäßige Verteilung des Körpergewichts auf die Beine.
Ebenso wie im Halswirbelsäulenbereich treten in dieser Region sehr viele Nerven aus der Wirbelsäule heraus. Auch sie sind für Empfindungen in den Beinen sowie die Muskelbewegungen verantwortlich.
Der Ischias ist wohl der bekannteste Nerv diese Bereiches. Er ist der dickste und längste Nerv des Rückenmarks. Er reicht von der Lendenwirbelsäule bis in den Fuß.
Wird er im Bereich der Wirbelsäule gereizt, z. B. durch Bandscheibenvorfall, wird dieses als Schmerz, Kribbeln oder Schwäche des Beines oder Fußes empfunden.
Die Beine und das Becken sind durch kräftige Muskeln miteinander verbunden. Sie ermöglichen aufrechtes Gehen und Stehen, auch wenn der Körperschwerpunkt sich verschiebt.
Die Wirbelknochen - Kleinteile von hoher Wichtigkeit
Obwohl sich die Wirbelknochen der einzelnen Wirbelsäulenabschnitte
ein wenig voneinander unterscheiden, so sind sie doch in ihrem allgemeinen Aufbau gleich.
Wirbel
bestehen aus einem dicken runden Wirbelkörper, an den ein knöcherner Wirbelbogen anschließt.
Hierdurch entsteht in der Mitte des Wirbelknochens ein Hohlraum, der in der Gesamtheit aller Wirbel den Wirbelkanal bildet, in dem sich das
Rückenmark befindet.
Die Wirbelbögen von zwei benachbarten Wirbeln lassen auf jeder Seite ein sogenanntes Zwischenwirbelloch frei, durch das ein Rückenmarksnerv (Spinalnerv) aus dem Wirbelkanal austritt.
2 Querfortsätze
rechts und links des Wirbelknochens, sie dienen den Muskeln und Bändern als Ansatzstellen
Dornfortsatz
am hinteren Teil des Wirbelknochens
Die Wirbelkörper haben nicht nur eine stabilisierende Funktion, sondern bilden - wie viele andere Knochen auch - in ihrem
Knochenmark Blutzellen.
Bewegelichkeit und Stabilität - Bandscheiben und Bänder machen sie erst möglich
Die Wirbelsäule besteht aus 24 freien Wirbeln (die jeweils 5 Wirbel des Kreuz- und Steißbeines sind miteinander verwachsen).
Diese Wirbel müssen einerseits sehr stabil, aber andererseits auch beweglich miteinander verbunden sein, damit der Mensch sich bewegen kann und gleichzeitig nicht den Halt verliert.
Um diese ganz spezielle Anforderung zu erfüllen, gibt es
- kleine Wirbelgelenke zwischen den benachbarten Wirbeln, die die Beweglichkeit gewährleisten
- Bandscheiben, Muskeln und Bänder, die gleichermaßen Stabilität und Beweglichkeit sicherstellen
Die Bandscheiben liegen wie Stoßdämpfer zwischen den Wirbelkörpern. Sie berühren aber im Normalfall nicht das Rcükenmark.
Die Belastbarkeit der Bandscheiben ist veranlagungs- und altersbedingt. Mit zunehmendem Alter nimmt ihre Elastizität ab und die Bandscheibe kann brüchig werden oder verrutschen
(Bandscheibenvorfall).
Durch die elastischen und zugleich stabilen Strukturen der Wirbelsäule sind dem Menschen viele Bewegungsmöglichkeiten gegeben:
- nach vorn
- nach hinten
- zur Seite
- Drehbewegungen
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